Montag, 26. August 2019

Seelenretter - "drei"

Wir schreiben den 1. Juni 2019 und ich sitze auf der Rückbank des Autos. Wir fahren in Richtung Glück. Hoffentlich. Die Aufregung war mir ins Gesicht geschrieben, buchstäblich. Jeder konnte sie in meinen Augen ablesen. "Oh, Leute, wisst ihr wo wir hinfahren??" rief ich voller Euphorie aus. Mein Dad sah durch den Rückspiegel zu mir und verzog seine Mundwinkel zu einem Lächeln. Wir halten an. Angekommen. Ich steige aus, hole tief Luft und schließe die Autotür hinter mir. Atmen Lena, Atmen. Versuche ich mir innerlich einzureden aber es klappt nicht. Wir gehen eine Treppe hinauf und stehe vor einer dunkelbraunen Haustür. Ich drücke die Klingel herunter, schaue meinen Dad an und Atme ein letztes Mal tief ein. Hinter der Tür ist Gebell zu hören. Dann stille. Und plötzlich öffnet sich die Tür. Wir stellen uns vor und folgen in den Garten. Auf einmal stehe ich in Mitten von sechs, kleinen, tapsigen Welpen. Alle Braun und Grau. Nur einer war Champagner Farben, fast weiß. Und das war vielleicht bald unser Welpe. Wir sehen zu wie die Welpen gefüttert werden und begrüßen Natürlich auch die Welpen-Mama und ihre Familie. So viele Pfoten auf einem Fleck! Und ich mittendrin. Mein Herz war selten so Glücklich! Schon 8 Jahre nicht mehr, um genau zu sein.
Wir reden viel, sehen uns um, fragen Nach und hören zu. Schwelgen in Erinnerung an verlorene, treue Freunde. Und erzählen über uns. "Du kannst auch hin gehen wenn du möchtest" sagt die Züchterin und lächelt mich an. Als ob ich mir das zweimal sagen lassen würde, kletterte ich über kleinen Treppen den Hang hinauf. Oben Angekommen stand er und spielte mit seiner Lieblingsschwester "Lila", wie man mir vorher erzählt hatte. 
Ich beobachtete mit etwas Abstand. Die Gartenhecke wurde kurz auf ihren Geschmack geprüft, dann der Gartenschlauch, und dann zu guter letzt meine Hand. 
"Hey, kleiner Mann. Na, gehts dir gut?" sage ich mit einem leichten lachen im Unterton, dass ich einfach nicht abschalten konnte. So weich. So winzig. So voller Freude. Ich war verliebt. Schock-verliebt in einen 10 Wochen alten Labrador Retriever Rüden der den wundervollen Namen "Glenn" trägt. 

Eine Woche später sollte es soweit sein. Wir durften ihn abholen. Glenn zog am 8. Juni 2019 bei uns ein und seitdem hat sich mein ganzes Leben verändert. Positiv. Auch wenn Welpen einen ganz schön auf Trab halten können, dass sage ich euch. 

Aber ich liebe ihn! Ich stehe morgens auf und schaue in seine treuen Augen, spüre sein Fell auf meiner Haut. Höre seinen Atem (oder sein Schnarchen) und bin froh nicht mehr alleine sein zu müssen. Er schafft was kein Therapeut der Welt jemals schaffen konnte..


Er heilt meine Seele. <3 


IG:  @LABBI_GLENN




Babyboy, 

Danke dir für fast drei Monate! Mittlerweile bist du zwar kein Welpi mehr, 
aber tief in meinem Herzen werde ich dich immer als dieses kleine, 
weiße Fellkneul sehen, wie am ersten Tag. 

In Liebe, deine Mami. <3



Samstag, 24. August 2019

Erdbeben - "zwei"

Last. Sie bröckelt ab. Die Wirbelsäule richtet sich zum ersten mal seit Wochen wieder geradlinig auf. Man konnte sie sehen, die Last die auf meinen Schultern lag. Ich hatte sie buchstäblich auf meinen Schultern getragen. Montag, 19.08.19 gegen 12.30 Uhr. 
Würde ich es nicht besser wissen, hätte ich geglaubt ein Erdbeben zu erspüren.
Doch das einzige was bebte war ich. Ich zitterte noch immer von der plötzlichen Entspannung die sich in mir breit gemacht hatte. BESTANDEN. Alles sorgen der letzten 5 Jahren fielen mit einem Wort von meinen Schultern. Alles war wie in Watte eingehüllt. 
Ich hätte mich so gerne kurz auf der Toilette versteckt und eine Runde geweint, aber das ging nicht. "Lee, hallo? Können sie mich hören?" hallt eine Stimme. "Oh äh ja.." stammelte ich. "Haben sie verstanden was ich ihnen eben gesagt habe?" fragte mein Dozent und sah mich leicht fragend an. Den gleichen Blick warf ich jedoch zurück. "Sie haben Bestanden. Mit Note 1,5.. Herzlichen Glückwunsch. Die staatliche Anerkennung erhalten sie...." Er brachte weitere Sätze zum Ausdruck, die ich nicht mehr verstand. 

Stille. 

Vorbei. 

BESTANDEN. 


Alles auf Anfang - "eins"

Der Knopf meiner Uhr löst sich. Ich lege sie ab und vor mir auf dem Schreibtisch nieder. Mein Welpe liegt am unteren Ende des Tisches. Sein Kopf ruht auf meinem Fuß. Spüre seine Wärme, wie sie hinauf klettert an mir. Mich wärmt. Mich ruhiger werden lässt. Der Stress der letzten Monate klebt noch immer an meiner Seele. 
Ich kann nicht beschreiben wie unfassbar schwer die letzte Zeit war. Eine Berg und Tal fahrt, die zwischendurch niemals zu enden schien und nun doch ihr Ende fand. 
Ich möchte nicht nur mit diesem Blog neu beginnen, sondern auch mit meinem Leben. Um ehrlich zu sein hatte ich fast vergessen, wie es sich anfühlt die Tasten meines Computers in Windeseile herunter zu drücken, um das Chaos in meinem Kopf neu zu sortieren. 
Ich konnte schon immer besser schreiben als reden, wenn doch letzteres mir in den letzten Wochen leichter viel. Ich redete über alles und doch über nichts was von Wichtigkeit schien. Aus diesem Grund wurde es Zeit neue literarisch verwerfbare Schriftstücke in die Welt zu setzen. Und wie gelang mir das in alle der Zeit am aller besten? Durch das Füllen eines Blogs. Eines Ortes der seither meine einzige Beständigkeit in schweren Zeit war. Also kehre ich zurück. 

Zurück zu den Anfängen meiner Spuren im Netz.