Montag, 1. Juni 2020

eins

Neubeginn? Schon wieder? So mancher möge sich wohlmöglich fragen was denn nun schon wieder in mich gefahren ist. Ziemlich leicht zu erklären. Ich vermisse Blogger. Ich vermisse die Menschen hier und den Austausch den es hier früher gab. Viel zu oft fühlt es sich so an als wäre die Welt hier eingeschlafen. Viele Namen, die ich in die Suchleiste eingebe existieren nicht mehr. Einige sind noch immer da. Irgendwie.. 

Es ist komisch wieder hier zu sitzen und Worte in meine Tastatur zu hämmern. Immer darauf bedacht nichts falsches in die große, weite Internetwelt zu schicken. Merkwürdig. Nicht das gleiche wie damals. Wird es auch nie wieder sein. Eine Sache die mich dieser Blog und die Zeit hier gelehrt haben ist, dass die Worte diese man im Netz hinterlässt auch dann nicht sicher sind wenn man unter einem Pseudonym schreibt. Die Lee die ihr seit 2012 kennen gelernt habt, war ein kleines Mädchen völlig verloren in dieser Welt. 

Und das ist sie noch immer. Seit Jahren bin ich weiterhin mehr verloren als wirklich angekommen in diesem Leben. Hab mich aufgegeben und wieder gefunden. Gewann Freunde dazu und verlor sie wieder. Habe Träume geträumt und sie sogleich wieder über Bord geworfen. 

Habe mich aufgegeben. Mich selbst im Stich gelassen und versucht erneut im schwarzen Meer zu schwimmen. Mehr Rudern als vorankommen, doch es klappt. Irgendwie habe ich es geschafft. Bin immer noch hier. Immer noch unglücklich und überfordert wie zu Beginn - aber ich bin hier. 

Ich hoffe es reicht aus. 

Leider kann ich nicht versprechen, das ich jetzt regelmäßig etwas uploaden werde. Mein Kopf spielt weiterhin mit dem Gedanken einen neuen Blog zu erstellen, den niemand aus meinem realen Leben kennt. Meine wahren Gedanken sind hier nicht so geschützt wie sie das einst mal waren.. 

Andererseits - nichts ist vollends sicher. 

xoxo, 
Lee 

Sonntag, 28. Januar 2018

»343« Violence

"I found peace in your violence,
can't tell me there's no point in trying. I'm at one, and I've been silent for too long"


- Marshmello (Silence feat. Khalid) 




Wollte niemals ohne dich leben. Und doch habe ich nun keine Wahl mehr. Es geht nicht darum zu vergessen, denn das ist garnicht möglich. Das habe ich nun auch endlich verstanden. Es geht darum, wieder schwimmen zu lernen in einem Meer aus großen Haien und kleinen Fischen. Es geht darum seine Stimme zu erheben für seine eigene Meinung. Es geht darum sich nicht mehr klein zu machen und sich zu verstecken. Es geht darum man selbst zu sein. 

Meine Geschichte ist keine dieser wunderbaren Liebesgeschichten die man in unserer heutigen Zeit so oft vorgespielt bekommt. Auch keine dieser Filme mit happy End. Noch nicht, aber was wenn wir unser happy end einfach selbst schreiben. Wenn wir versuchen das Schlechte in eine Flasche zu stecken, um sie aufs Meer hinaus treiben lassen. Das ist der Grund warum ich schreibe. Seit Jahren schon. Weil dieser Blog meine Flaschenpost ist. Mein Aufschrei für alle die sich missverstanden fühlen. Für alle die sind wie ich. 

Wenn man täglich mit Gewalt aufwächst, ist abzusehen das die Psyche des Menschen das nicht für immer aushalten kann. Man zerbricht. Immer und immer wieder. Jeden neuen Tag. Und ich bin seit 20 Jahren immer wieder zerbrochen. Mal mehr, mal weniger. Aber was einmal gebrochen ist, bricht nicht mehr so leicht. Versteht mich nicht falsch, das was meine Mom getan hat war immer falsch und wird es immer sein. Jede Form von Gewalt ist falsch. Egal ob physische oder psychische Gewalt. Es ist fürchterlich. Manchmal ist es nicht auszuhalten. Der Schmerz und die Ängste, werden niemals ganz abklingen. Es gibt noch immer schlechte Tage. Manchmal mehr schlechte, als gute in einem Jahr. Aber solange es noch eine Funken gutes gibt, ist die Hoffnung nicht gänzlich verschwunden. 

Das alles hat mich zu dem Mensch gemacht, der ich heute bin. Ich bin nicht perfekt. Ich habe Fehler gemacht, mehr als es scheint. Ich bin ein emotionaler Mensch. Ich mache mich zu oft klein. Ich verliere mich in den kleinsten Dingen und kann mit Stress oft nicht gut umgehen. Ich schaffe es oft nicht genug zu essen oder verliere die Kontrolle über mein Essverhalten. Ich habe Tage an diesen ich nicht aus dem Bett komme oder an diesen ich es nicht schaffe zu lernen. Ich sage Dinge die ich nicht so meine. Ich habe kaputte Zähne und Narben am ganzen Körper. Ich bin Eifersüchtig, wen ich das Gefühl bekomme das mir jemand meine beste Freundin wegnehmen möchte. Ich mag den Geruch von Schreibmaschienen und tanze noch immer durch das Herbstlaub wenn es am Boden liegt. Ich mache anderen Menschen mehr Hoffnung, als mir selbst und ich versuche alle zu retten. Ich trage viele kämpfe in mir aus, anstatt darüber zu sprechen. Und ich lache immer auf die selbe weise. Nur ganz selten ist es echt. Manchmal bin ich kompliziert und schwer zu verstehen. 
Aber das bin ich. Das gehört zu mir. Das alles - es ist ein Teil von mir. 

Das warten auf einen erneuten Therapieplatz macht müde. Die Medikamente machen müde. Stress macht müde. Und doch fühle ich mich trotz all der Müdigkeit zum ersten mal so als wäre ich aufgewacht. 
Und ich sehe mich um. Blick fort von dem Bildschirm und hin zu Wand. So viele Gesichter. Menschen aus guten und schlechten Tagen. menschen die mich begleitet haben auf meinem Weg. Menschen die mich stellenweise immer wieder gerettet haben. Menschen die lachen, als wäre es das leichteste der Welt. 
Und das sollte es sein. 

Für jeden von uns...